Seiten

Posts mit dem Label Anleitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Anleitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 3. Juli 2019

Kräuter ernten und konservieren

Nachdem wir im Mai unser Kräuterbeet angelegt haben, merkt ihr sicherlich auch, dass man gar nicht alle Kräuter verwerten kann. Sie einfach verwelken zu lassen wäre zu schade. Daher geben wir euch hier ein paar Tipps, wie ihr sie konservieren könnt.

Wann ist die ideale Erntezeit für Kräuter?


Die Antwort lautet ganz klar: jetzt! Denn im Juli stehen mediterrane Kräuter wie Thymian, Lavendel, Rosmarin, Salbei, Majoran oder Basilikum kurz vor der Blüte und haben das meiste Aroma. Eine ideale Zeit also, für die Ernte. Aber auch noch im August kann man bei zahlreichen Kräutern noch gute Erträge sichern.

Wenn ihr die Kräuter konservieren wollt, wählt euch für die Ernte einen schöne, sonnigen Vormittag aus. Die Kräuter sollten nicht mehr vom Tau bedeckt, sondern abgetrocknet sein - zu heiß sollte es aber auch noch nicht sein. Für die Verwendung frisch in der Küche könnt ihr natürlich jederzeit zugreifen.

Die meisten Würz- und Teekräuter erntet ihr am besten, wenn sie nicht blühen. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel: Thymian, Oregano und Lavendel erreichen erst während der Blüte ihre höchste Reife. Gewürze wie Oregano, Majoran, Salbei,Bohnenkraut oder Thymian erntet ihr am besten nach einigen heißen Tagen, da sie dann ein kräftiges Aroma haben, einen geringen Wassergehalt aufweisen und sich so gut trocknen lassen. Und da wären wir auch schon bei unserer ersten Art Kräuter zu konservieren.

Variante 1: Kräuter trocknen

 

Das Trocknen von Kräutern ist die Gängigste Methode, Kräuter zu konservieren. Kleinblättrige Kräuter könnt sie ganz einfach büschelweise trocknen. Da kann alles dabei sein: Blüten, Blätter und auch die Stiele. Diese Büschel hängt ihr dann ganz einfach kopfüber auf. Bei großblättrigen Kräutersorten, wie beispielsweise Salbei und Lorbeer, solltet ihr allerdings nur die Blätter pflücken und diese dann einzeln trocknen.

Am besten ist es, wenn der Ort an dem ihr eure Kräuter trocknet dunkel und Zugluft geschützt ist. Dadurch behalten die Blätter und Stängel ihre frischgrüne Farbe und das Aroma wird durch das UV-Licht nichtzerstört. Im Sommer reicht die natürliche Trocknung aus. Wenn ihr eure Kräuter aber im Herbst pflückt und trocknet, solltet ihr sie zur Nachtrocknung auch noch in den Backofen legen.

Wenn ihr zufrieden mit dem Trocknungsgrad eurer Kräuter seid, braucht ihr sie einfach mit den Fingern von den Stielen abstreifen und in dunkle Schraubgläser oder Blechdosen füllen.

 

Variante 2: Kräuter einfrieren

 

Wenn ihr die Kräuter einfrieren wollt, solltet ihr die Kräuter sofort nach dem Hacken oder Zerkleinern in einen Behälter und in den Tiefkühlschrank geben. Auf keinen Fall sollten die zerkleinerten Kräuter noch einige Stunden bei Zimmertemperatur auf dem Küchentisch liegen, da die Aromastoffe sonst recht schnell verfliegen. Schnittlauch, Dill, Kerbel, Basilikum, Petersilie und andere Arten mit weichen Blättern und Trieben eignen sich zum Einfrieren am besten.
Ihr könnt sie auch mit Wasser oder Olivenöl aufgießen und anschließend sofort einfrieren. Zum Einfriren könnt ihr ganz klassische Eiswürfelbehälter, Gefrierbeutel oder kleinere Dosen nehmen.

Achtung: Die Kräuter bei Bedarf nicht einfach auftauen, sondern direkt im gefrorenen Eiswürfel in die Pfanne bzw. in den Topf geben. Als gefrorenen Eiswürfel lassen sich eure Kräuter monatelang aufbewahren. 

Variante 3: Kräuter in Öl einlegen

 

Kräuter wie Basilikum, Dill, Blatt-Koriander und Kerbel sind weniger gut geeignet, um sie zu Trocknen. Dafür könnt ihr sie gut konservieren, indem ihr sie in Essig oder Öl einlegt. auch das ist ganz einfach. Ihr pflückt einfach ein paar Kräuterstiele ab, steckt sie in eine geeignete Flasche und füllt diese beispielsweise mit Olivenöl auf. Lasst dies dann zwei bis drei Wochen stehen und rührt täglich um. Danach müsst ihr das Öl nur noch durch ein grobmaschiges Tuch abseihen und schon habt ihr leckers Öl mit viel Aroma.

 

 Variante 4: Kräutersalz herstellen

 

Salz konserviert nicht nur Fleisch, sondern auch frische Kräuter sehr gut, denn es hemmt das Wachstum von Mikroorganismen, die unser Essen verderben. Viel hilft in diesem Fall auch viel! Mixt oder mörsert eure Kräuter klein, mischt sie mit Salz und füllt das kräuter-Salzgemisch in kleine, dicht schließende Gläser ab.  Zwei leckere Rezepte findet ihr hier.


 

 

 

Variante 5: eigenes Kräuter-Pesto herstellen


Findet ihr Nudeln mit Pesto auch so lecker? Wir finden, Pesto geht einfach immer. Und das gute ist, ihr könnt es ganz einfach selber machen. Klassisches grünes Pesto wird - wie ihr sicher wisst - aus Basilikum gemacht. Das Pesto macht ihr ebenfalls am besten im Sommer, wenn das Basilikum kurz vor der Blüte steht und so das meiste Aroma hat.

Hier ein leckeres Rezept von uns:

  • 125g Basilikum
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250ml Olivenöl
  • 40g Pinienkerne
  • 60g Parmesan
  • Salz und Pfeffer
  1.  Den Knoblauch schälen und in einem Mörser zerstoßen, Pinienkerne dazugeben und ebenfalls zerstoßen.
  2. Nach und nach die Basilikumblätter dazugeben und  in einer kreisförmigen Bewegung alles zu einer Paste vermengen.
  3. Käse mit einem Löffel unterheben  und mit Salz und Pfeffer die Masse abschmecken
  4. nach und nach das Olivenöl unterrühren
  5. Das Pesto in ein heiß ausgespültes Glas umfüllen und verschließen

Wir empfehlen euch unbdingt einen Mörser zu nutzen, wenn ihr einen habt. Denn so bleiben die Aromen am besten erhalten. Wenn ihr aber keinen zu Hause habt, könnt ihr das Pesto auch in der Küchenmaschine zubereiten. Dafür vorher das Messer und die Schüssel etwa eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen und beim Vermengen nur immer kurz pulsieren, damit das Pesto nicht warm wird. Hier solltet ihr Basilikum, Pinienkerne und Knoblauch nacheinander verarbeiten, dann den Käse untermengen und zuletzt das Olivenöl unterrühren.

Zu guter Letzt: Beschriften nicht vergessen 


Vergesst nicht alles mit Schildchen zu versehen, damit ihr die Kräuter später auch noch auseinanderhalten könnt. Schöne Schildchenbilder zum Ausdrucken gibt es zum Beispiel hier.

Welche Variante bevorzugt ihr? Schreibt uns doch gern in die Kommentar!

Viel Spaß beim Nachmachen,
eure Gartenknirpsmama Kathi

Montag, 20. Mai 2019

Schritt für Schritt zum eigenen Kräuterbeet


Ein Kräuterbeet im eigenen Garten ist ideal, um immer frische Zutaten zum Kochen oder zum Zubereiten von beispielsweise Limonade zu haben. Und gerade mit Kindern macht es Spaß, da sie so einen besseren Bezug zu dem Essen bekommen, das später auf dem Tisch steht. Doch auch hier muss einiges beachtet werden. Mit diesem kleinen Leitfaden wird euer Kräuterbeet aber auf jeden Fall ein Erfolg werden.

Gartenkräuter


Schritt 1: Standort auswählen:

 

Wie auch bei uns Menschen, gibt es Kräuter die eher Sonnenanbeter sind und andere, die es lieber schattig mögen. Wichtig ist daher zu überlegen, welche Kräuter ihr gern im Garten hättet, um dann den idealen Standort für euer Kräuterbeet zu wählen. Wenn der Standort bereits festeht, müsst ihr schauen, welche Kräuter für diesen geeignet sind.

Lavendel mit Sonnenbrille, Petersilie unter Sonnenschirm
Die Sonnenanbeter unter den Kräutern sind Lavendel, Rosmarin, Thymian, Majoran, Koriander, Oregano, Basilikum, Dill, Bohnenkraut, Ysop, Salbei, Kamille, Liebstock, Johanniskraut, Fenchel, Kümmel, Estragon und die gute alte Zitronen-Melisse, die eigentlich in keinem Garten fehlen darf. Die Erde sollte hier gut durchlässig sein.

Für den Halbschatten geeignet sind Schnittlauch, Kerbel, Barbarakraut, Petersilie, Rucola und Rauke. Aber auch Zitronenmelisse und Liebstock fühlen sich hier wohl.


Eher schattig mögen es Bärlauch, hohe Schlüsselblume, Baldria oder Kresse. Petersilie, Rucola und Rauke können ebenfalls hierher gesetzt werden.

Schritt 2: Auf Harmonie im Beet achten

 

Schnittlauch und Petersilie in leeren EierschalenWer jetzt denkt das war es schon, hat weit gefehlt. Denn nicht alle Kräuter mögen Gesellschaft. Einige mögen es lieber ganz alleine im Topf bzw. Beet zu stehen und sollen daher in keiner direkten Nachbarschaft stehen. Andere wiederum vertragen sich gut miteinander und fördern sogar das gegenseitige Wachstum.


Diese Kräuter passen sehr gut zusammen:

  • Kamille mit Dill, Schnittlauch, Majoran und Kerbel. Kamille fördert sogar deren Wachstum.
  • Petersilie ist ein guter Nachbar für Erdbeeren, Dill, Schnittlauch, Majoran und Kerbel.
  • Rosmarin fördert Basilikum, was ganz praktisch ist, denn beide sind nicht winterfest und können nebeneinander gepflanzt werden, wobei Basilikum mehr Wasser benötigt als Rosmarin. Das ist bei der Pflege zu beachten, der Abstand sollte daher nicht zu eng bemessen werden.
  • Thymian verträgt sich mit Fenchel, Koriander, Estragon, Borretsch und Bohnenkraut.
  • Ysop fördert Lavendel und Bohnenkraut.
  • Zitronenmelisse ist ebenfalls ein unkompliziertes Pflänzchen und kann mit beliebig anderen Kräutern zusammen gepflanzt werden. Sie fördert das Wachstum aller anderen Kräuter. Eine Ausnahme ist Basilikum.
  • Gemeinsam in einen Topf pflanzen kann man z.B. Schnittlauch, Thymian, Rosmarin, Salbei und Zitronenmelisse.

Welche Kräuter passen nicht zusammen?

  • Basilikum und Melisse sollten getrennt voneinander angepflanzt werden.
  • Fenchel sollte nicht neben Koriander, Majoran oder Ysop.
  • Thymian und Majoran vertragen sich überhaupt nicht miteinander. Nicht nur der Geschmack leidet, oft geht Majoran sogar ein.
  • Kamille mit Petersilie oder Pfefferminze.
Eine praktische Übersicht zum Ausdrucken findet ihr beispielsweise hier.

Welche Kräuter sind Einzelgänger?

Liebstöckel und Lavendel sind eher Einzelgänger und sollten daher mit viel Abstand zu anderen Kräutern gepflanzt werden. Sie machen sich sehr breit und nehmen so anderen Pflanzen schnell Licht und Platz weg.


Schritt 2: Pflanzenauswahl

 

Nachdem ihr euch für eure Lieblingskräuter entschieden habt, geht es an den Kauf. Achtet unbedingt auf gesunde Pflanzen. Diese erkennt ihr daran, dass sie kräftig und gut verzweigt sind, die Blätter einen frischen Grünton haben und auf keinen Fall Schädlings- oder Pilzbefall zeigen.
Auch ein kurzer Blick in den Topf lohnt sich. Ein intensiv, aber nicht zu dicht durchwurzelter Topfballen ist ein gutes Zeichen für eine hohe Pflanzenqualität.
Habt ihr eure Lieblingskräuter gefunden? Dann kann es jetzt ans Vorbereiten und Pflanzen gehen!

Schritt 3: Beet vorbereiten

 

Zuerst solltet ihr die Erde gründlich auflockern, denn Küchenkräuter mögen durchlässigen Boden. Wenn ihr lehmigen Boden habt, solltet ihr zusätzlich Sand einarbeiten.

Kräuter werden eingepflanzt
Macht euch auf jeden Fall vorher Gedanken, welche Kräuter ihr wohin setzen wollt. Achtet dabei auch auf die spätere Wuchshöhe und verteilen sie dementsprechend auf eurer Beetfläche. Dabei solltet ihr auf jeden Fall ausreichend Abstand einhalten, damit die Kräuter genug Platz haben, sich zu entwickeln. 

Außderdem sollten einjährige Kräuter wie beispielweise Koriander oder Basilikum jedes Jahr einen neuen Platz bekommen, um Bodenmüdigkeit zu vermeiden. 

Übrigens:Trittplatten aus Naturstein speichern Wärme und erleichtern euch die spätere Ernte.


Schritt 4: Pflanzen einsetzen

 

Nehmt die Pflanzen ganz vorsichtig aus den Töpfen und lockert den Wurzelballen ein wenig mit den Fingern auf. Dann könnt ihr sie vorsichtig einsetzen und anschließend die Wurzeln mit Erde bedecken und sanft andrücken. Am Ende darf es ruhig eine ordentliche Portion Wasser sein, damit sich eure Kräuter gleich wohl bei euch fühlen.  Am Anfang sollte man übrigens auf Dünger- oder Kompostgaben verzichten, da zu viele Nährstoffe bei vielen Kräuterpflanzen das Aroma beeinflussen können. Außnahmen sind Liebstöckel und Estragon. Hier könnt ihr ruhig ein wenig Kompost mit einarbeiten, da diese beiden Kräuter es gern etwas feuchter und nahrhafter mögen.

Geschafft, jetzt ist euer Kräuterbeet fertig und ihr könnt bald eure eigenen Kräuter ernten.
Wir wünschen euch viel Spaß dabei!

Eure Gartenknirpsmama Kathi